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 Christian Klaproth (441 Einträge) August 2018 





   Wespen, sie werden Dich kriegen!
  Kategorie Privat, erstellt am 08.09.2009 von Christian Klaproth
 
 
Nach Ratten, Hochwasser, Vulkanen und verstopften Abflüssen, könnte das der nächste abendfüllende Kracher einer deutschen Produktion des Privatfernsehens werden. Und unser Haus hätten wir bis vor zwei Wochen durchaus als Echt-Kulisse zur Verfügung stellen können. Wer es hier oder auf  Twitter verfolgt hat, der weiss ja vielleicht schon, dass wir unerwünschte Untermieter (oder sollte ich Übermieter sagen?) hatten. Wären es einige wenige gewesen, wäre es vielleicht nicht einmal aufgefallen. Es war aber direkt ein ganzer Staat! Ein Wespen-Staat!!

In einem Hohlraum am Rande unserer Dachgaube hatten es sich diese kleinen pelzigen Tierchen bequem gemacht. Wahrscheinlich wäre das auch nie großartig aufgefallen, hätten sich die Viecher nicht dazu entschlossen, die Wand nach innen zu durchnagen und unsere obere Etage zu inspizieren. Ausgerechnet an einem Wochenende, als wir eine wirklich schmucke Fliegengittertür für unsere Küche zusammenschraubten, machten wir die grausige Entdeckung: Im Badezimmer der oberen Etage lagen geschätzte 200 bis 300 tote Wespen, die vermutlich versucht hatten, durch das geschlossene Fenster nach draussen zu gelangen. In der oberen Küche befand sich auf dem Boden ein kleines Häufchen Holz-Krümel, und bei einem Blick an die Decke, sah man ein etwa drei Wespenkörper langes Loch klaffen. Zu allem Überfluß herrschte durch dieses Loch ein reges Kommen und Gehen.

Nach dem fluchtartigen Verlassen und hermetischem Abriegeln der Etage zum Treppenhaus hin, wurde umgehend der Kammerjäger bestellt. Dem aufmerksamen Beobachter bot sich aus dem Garten ein Bild des Grauens, zumindest wenn man wie ich zwar nicht allergisch aber doch mit einer gewissen Panik gegenüber Wespen reagiert. An den Innenscheiben der oberen Etage krabelte und wuselte es, und am äußeren Rand der Dachgaube bündelte sich hinter der Regenrinne der gelb-schwarze Flugverkehr.

Der Kammerjäger kam zwei Tage später, und nochmal zwei Tage später war Ruhe im Karton. Zumindest nach äußerlicher Begutachtung und kurzer Visite der oberen Etage. Nochmal drei Tage später musste es sein: Ich nahm mir vor, den Ekel zu unterdrücken (da wusste ich ja noch nicht, was mich erwarten würde), die Leichen zu beseitigen sowie die Wand / die Decke zu öffnen, um das Ausmaß des Schadens aufzudecken.

Erste Amtshandlung: Staubsauger klar machen und Wege zu den Fenstern frei-fumpen, um etwas gegen den ekelhaften Gestank unternehmen zu können. Frei-Fumpen? Die Wespen verschwanden mit einem lustigen Fump! im Saugrüssel. Naja, wirklich lustig war es nicht. Zweite Amtshandlung: Leiter aufstellen und mal vorsichtig gegen Wand und Decke klopfen. Nachdem direkt eine Hand voll Wespen aus dem Loch knapp an mir vorbeigeflogen sind, kurz aufschreien und zur dritten Amtshandlung übergehen: Leiter wieder abbauen und eine gaaaaaanz lange Stange holen.

Mit der Stange stocherte ich dann etwas in dem Loch herum und vergrößerte die Öffnung geringfügig. Dach- und Wandrigipsplatte stiessen hier aufeinander, so dass die Öffnung langsam größer wurde und immer mehr tote Wespen aus dem Loch purzelten. Mit Hamme und Meissel wurde die Wand etwas großzügiger bearbeitet. Der faulig-modrige Gestank motivierte mich dahingehend, mein Haus großflächiger zu zerstören. Irgendwann sinkt die Hemmschwelle, so dass auch Teile der Decke dran glauben mussten. Immer wenn ich dachte, mehr Nest kann da nicht sein, wurde ich durch herunterplatschende und larvenkörpergetränkte Nestteile eines besseren belehrt. Am Ende umfasste das abgetragene Nest einem gut gefülltem Drittel eines blauen Müllsacks und wog schätzungsweise vier bis fünf Kilo. Die Suche nach der Königin hatte ich nach ein paar Stunden entnervt aufgegeben, weil das einfach zu viele Wespen und Larven waren, und der Gestank der vom Eigengewicht aufplatzenden Larven, wenn sie zu Boden fielen, den ein oder anderen Würgereflex bei mir auslösten.

Unbestrittenes Highlight und tatsächlich filmreif war eine Szene, in der ich versuchte, unsere kleine Digitalkamera in das Loch zu schieben, um ein Foto des pechschwarzen Zwischenraumes zu machen. Gerade als ich nun mit Kamera und beiden Händen in dem Loch hing, kam eine Wespe aus dem Loch geflogen. Um ein Haar wäre ich von der wackeligen Leiter gekippt.

Mittlerweile habe ich den Zwischenraum mit Bauschaum geflutet, so dass ich nächstes Wochenende ans Verputzen gehen kann. Dann nochmal ein Wochenende und wir können Wand und Decke neu tapezieren.

In den nächsten Tagen werde ich einmal das reichliche Bildmaterial sichten und Euch mit dem einen oder anderen Detail meiner Arbeit beglücken. Bis dahin, sum-sum!
 

Siehe auch...
Wespentaille gefällig?
Nature strikes back!

 


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